Bewerbung: Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation

Am 20. Mai hat Oberbürgermeisterin Katja Wolf offiziell bekanntgegeben, dass sich die Stadt Eisenach als Standort für das „Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation“ bewirbt. In der Wartburgstadt Eisenach sind Transformationsfolgen überall wie unter einem Brennglas sichtbar – als Automobilstandort ebenso wie als Stadt an der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Wir wissen, was Transformation bedeutet und wollen, dass sie dort erforscht wird, wo sie am stärksten erlebbar ist. Deshalb bewerben wir uns als Standort des Zukunftszentrums für Europäische Transformation und Deutsche Einheit.

 

Wir wollen ein Zukunftszentrum, das als lebendige Forschungsstätte starke Verbindungen zu unseren europäische Nachbarn knüpft, um gemeinsam Freiheit und Demokratie gegen jegliche autoritäre Tendenzen zu verteidigen. Wir wollen das Zukunftszentrum, weil die Einigung Deutschlands und Europas nur gelingt, wenn wir verstehen, warum sich Menschen vom Rechtsstaat ab- und dem Extremismus zuwenden. Eisenach liegt in der Mitte Deutschlands und zentral in Europa und ist schnell und komfortabel von allen Metropolregionen unseres Landes erreichbar. Welche Gründe es darüber hinaus gibt, das Zukunftszentrum nach Eisenach zu vergeben, erfahren Sie hier.

Was ist das Zukunftszentrum?

Die Bundesregierung plant, im Osten Deutschlands ein Forschungs- und Begegnungszentrum aufzubauen. Dafür sollen rund 200 Millionen Euro investiert werden und 200 Arbeitsplätze dauerhaft entstehen. Gesucht wird eine Stadt, die verkehrstechnisch gut angebunden sowie wissenschaftlich vernetzt ist und Transformationsprozesse aus eigener Erfahrung kennt.

 

„Eisenach hat als wichtige Industrie- und Arbeiterstadt der DDR in unmittelbarer Nähe zur innerdeutschen Grenze nach der Wende starke Veränderungen erlebt. Und nicht alle Eisenacher waren Wendegewinner“, begründete die Oberbürgermeisterin, warum sich Eisenach als Transformationsstadt begreift. Nicht zuletzt entstehe dort eine Entfremdung von Demokratie und Rechtsstaat, wo Transformationen scheitern.

 

Hinweis: Fragen und Anregungen rund um das Zukunftszentrum können Bürger*innen und alle Interessierten an diese E-Mail senden.

Warum Eisenach der bestmögliche Standort ist

Weil Eisenach in der Mitte Deutschlands und Europas liegt, und nicht am Rand

Weil Eisenach schneller und besser erreichbar ist als alle anderen Bewerberstädte

Weil Eisenach authentischer Ort der Demokratiegeschichte ist

Weil Transformationserfahrungen die Stadt stark prägen - nicht nur im Automobilbau

Weil Eisenach unmittelbar an der ehemaligen innerdeutschen Grenze liegt

Weil die Anbindung mit der Dualen Hochschule und ihren 1500 Praxispartnern gegeben ist

Weil ...

Die Petition

Oberbürgermeisterin Katja Wolf bittet die Bevölkerung um Unterstützung: „Bitte unterzeichnen Sie unsere Petition und machen Sie Eisenach als Standort für das geplante Zukunftszentrum bekannt!“ Mehr zu den Inhalten der Kampagne "Zukunft gehört ins Zentrum" sowie die Petition finden Sie hier.

Arbeitsgruppe

Oberbürgermeisterin Katja Wolf hat zur Vorbereitung der Bewerbung Eisenachs für das Zukunftszentrum eine Arbeitsgruppe mit folgenden Mitgliedern eingesetzt.

Katja Wolf Oberbürgermeisterin
Dr. Franziska Nentwig Burghauptmann Wartburgstiftung
Frank Worlitzer Wartburgstiftung
Prof. Dr. Christiane Kuller Universität Erfurt
apl. Prof. Dr. Alexander Thumfart Universität Erfurt (bis August 2022)
Prof. Dr. Sandra Tänzer Universität Erfurt
Prof. Dr. Jörg Seiler Universität Erfurt
Prof. Dr. Thomas Müller Duale Hochschule Gera-Eisenach
Prof. Jürgen Müller Duale Hochschule Gera-Eisenach
Francis Gieseke-Golembowski Duale Hochschule Gera-Eisenach
Prof. Dr. Philipp Gassert Universität Mannheim
Prof. Dr. Claudia Wiesner Hochschule Fulda
Dr. Jessica Lindner-Elsner Leiterin des Archivs Museum Automobile Welt Eisenach
Ralf-Uwe Beck Landesvorsitzender von Mehr Demokratie e.V.
Max von Trott zu Solz Architekt
Manuela Henkel Bürgermeisterin der Stadt Geisa, Gedenkstätte Point Alpha
Philipp Metzler Point Alpha Institut
Steffen Schütz Leiter Werbeagentur Schütz-Brandcom
Heidrun Sachse Leiterin Büro OB und Protokollführung

Wartburg

Duale Hochschule Gera-Eisenach

Universität Erfurt

Point Alpha Akademie

Point Alpha Institut

Hochschule Fulda

Universität Mannheim

AWE - Automobile Welt Eisenach

 

Außerdem befürworten unter anderem die ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth, Gregor Gysi und der ehemalige Landesbischof Christoph Kähler Eisenach als Standort. Als Abgeordnete des Thüringer Landtags haben die Petition bisher unter anderem Kati Engel und Raymond Walk unterzeichnet.

Stadt Eisenach setzt Bürgerbewerbung fort

Nach dem eindeutigen Votum des Eisenacher Stadtrats am 12. Juli 2022 verfolgt die Stadt Eisenach ihre Bürgerbewerbung als Standort für das „Zukunftszentrum Deutsche Einheit und Europäische Transformation“ weiter. „Keine Stadt erfüllt die Kriterien für das Zukunftszentrum so gut wie die Stadt Eisenach. Denn Transformation sollte dort erforscht werden, wo sie bis heute erlebbar ist. Das Zukunftszentrum gehört zudem in die Mitte Deutschlands und Europas, weil für die Deutsche Einheit beide – die ehemalige DDR und der sogenannte Westen – einen unverzichtbaren Beitrag geleistet haben“, begründet Oberbürgermeisterin Katja Wolf diese Entscheidung. Zuvor hatte die Thüringer Landesregierung die Bewerbung Jenas favorisiert.

 

Sie sei überzeugt, dass Eisenach die Jury mit einem exzellenten Konzept überzeugen könne, so die Oberbürgermeisterin. Keine Bewerber-Stadt habe so viel Rückhalt in der Bevölkerung wie Eisenach. "Unsere Kampagne ist eine Bürgerbewegung aus dem Herzen der Stadt“, betont Katja Wolf. Auch die Landesregierung habe die Bewerbung Eisenachs gewürdigt. Die wissenschaftliche Kooperation unter Federführung der Universität Erfurt gemeinsam mit der Hochschule Fulda, der Universität Mannheim, der Universität Hamburg und nicht zuletzt der Dualen Hochschule Gera-Eisenach sowie das neu gegründete Forschungsinstitut Point Alpha biete, so Wolf, auch nach Meinung der Thüringer Landesregierung vielversprechende Potenziale.

 

Initiativkreis verstärkt Aktivitäten

In den nächsten Wochen wird der Initiativkreis der Eisenacher Bewerbung mit Veranstaltungen im Rahmen des „Campusforums Zukunftszentrum“ auf sich aufmerksam machen. Am 21. Juli fand an der Dualen Hochschule Gera-Eisenach ein Bürgergespräch statt, bei dem sich die Wissenschaftspartner der Bürgerbewerbung für das Zukunftszentrum Eisenach vorstellten. Darüber hinaus wird die Stadt Eisenach ihre Kampagne fortsetzen und ausbauen. Gewerbe- und Sportvereine, aber auch viele Bürger*innen beteiligen sich ehrenamtlich. Parallel dazu arbeitet die Verwaltung bereits an den bis Ende September einzureichenden Bewerbungsunterlagen.

Wissenschaftsommer „Campusforum Zukunftszentrum Eisenach 2022“

Am 21. Juli traf sich der Eisenacher Initiativkreis „Zukunft gehört ins Zentrum“ zur ersten öffentlichen Sitzung in der Dualen Hochschule Gera-Eisenach (DHGE). Die Mitglieder aus Gesellschaft, Kulturinstitutionen und der Wissenschaft sprachen, zum Teil digital zugeschaltet, über die nächsten Schritte der Eisenacher Bürgerbewerbung als Standort für das geplante „Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation“.

 

Schwerpunkt der Sitzung war die Auftaktpräsentation des Wissenschafts- und Begegnungssommers „Campusforum Zukunftszentrum Eisenach 2022“, eröffnet durch den Vizepräsidenten und Ständigen Vertreter des Präsidenten der DHGE, Prof. Dr. Thomas Müller. Ziel ist es, die schon jetzt vorhandene wissenschaftliche Kompetenz sichtbar und die Erfahrung der Deutschen Einheit erlebbar zu machen – beispielsweise mit einer internationalen Tagung des Forschungsinstitutes Point Alpha mit der Sofia University und der Central University im September ebenfalls an der DHGE.

 

„Wir möchten Forschung machen, die relevant ist. Die Menschen in Eisenach sollen etwas von unserem Campussommer haben“, betont Prof. Dr. Christiane Kuller, Historikerin an der Erfurter Universität. Prof. Jürgen Müller, Vizepräsident für Weiterbildung und Forschung der DHGE, ergänzt: „Die Duale Hochschule Gera-Eisenach verfügt über eine enge Anbindung an Wirtschaft und praxisnahe Industrie. Unsere mehr als 1500 Praxispartner haben ein großes Interesse daran, junge Menschen für das eigene Unternehmen zu begeistern.“ Auch Netzwerk-Partner aus dem gesellschaftlichen sowie kulturellen Bereich wie die Wartburg-Stiftung oder das Museum „automobile welt eisenach“ und die Gedenkstätte Point Alpha bringen sich beim Wissenschaftssommer ein.

 

So wird die Wartburg-Stiftung am 31. August in Zusammenarbeit mit der Stadt Eisenach eine Wanderausstellung zur Demokratiegeschichte im Rathaus eröffnen. Das Projekt wird in Kooperation mit der Gesellschaft zur Erforschung der Demokratiegeschichte umgesetzt. Angefangen von der Französischen Revolution über das Wartburgfest im Jahr 1817 bis hin zu wesentlichen Errungenschaften Mitte des 19. Jahrhunderts zeigt die Ausstellung den langen und oft steinigen Weg zur heutigen demokratischen Grundordnung.

 

Veranstaltungsüberblick

August 2022 | Öffentlicher Vortrag

der Universität Erfurt und der Dualen Hochschule Gera-Eisenach: „Die geheime Atomuhr der DDR – von Konfrontation zu Kooperation in der Zeitmessung“

Ort: Uhrenmuseum Ruhla

 

31. August 2022 | Eröffnung Wanderausstellung zur Demokratiegeschichte

der Wartburg-Stiftung in Kooperation mit der Gesellschaft zur Erforschung der Demokratiegeschichte: „Auf dem Weg zur modernen Demokratie – die deutschen Freiheitsbewegungen von der Französischen Revolution bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts“

Uhrzeit: 15 Uhr

Ort: Rathaus Eisenach, Foyer (Zugang Markt 2)

 

September 2022 | Internationaler Workshop

des Forschungsinstitutes Point Alpha mit der Sofia University und der Central University Budapest: "Illiberal Democracy in/and Eastern Europe“ (angefragt)

Ort: Duale Hochschule Gera-Eisenach, Campus Eisenach

 

26. September | Workshop

des Point Alpha Instituts zum Thema "Neue historische Perspektiven: Rechtsextremismus seit den 1990er Jahren“

Uhrzeit: 18 Uhr

Ort: Gedenkstätte "Goldener Löwe" (Marienstraße 57)

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30. September 2022 | Zukunftswerkstatt

der Universität Erfurt mit regionalen Bildungspartnern zum Thema „Bildung in einer durch Unsicherheit und Transformation geprägten Welt“

Uhrzeit: 14 bis 16 Uhr

Ort: Eisenacher Rathaus, Ratssaal (Zugang über Markt 2)

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30. September 2022 | Bürgerforum

der Universität Erfurt, Forschungsverbund Diktaturerfahrung und Transformation: „,Mach Dir einen Kopf, Kollege‘ – Die Neuererbewegung der DDR“

Uhrzeit: 16 Uhr

Ort: Museum „automobile welt eisenach“, Ehrhardt-Saal (Friedrich-Naumann-Straße 10)

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4. Oktober 2022 | Eröffnung

der Fotoausstellung „Industriekultur 4.0“ mit Erinnerungsgesprächen in Kooperation zwischen der Dualen Hochschule Gera-Eisenach und Universität Erfurt, Forschungsstelle Oral-History

Uhrzeit: 15 Uhr

Ort: Duale Hochschule Gera-Eisenach, Campus Eisenach (Am Wartenberg 2)

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Alle Veranstaltungen des Wissenschaftssommers „Campusforum Zukunftszentrum Eisenach 2022“ sind auch unter zukunftgehoertinszentrum.de/wissenschaftspartner zu finden: Link

 

Die Thüringer Staatskanzlei förderte die Bewerbungskampagne
"Zukunft gehört ins Zentrum" der Stadt Eisenach finanziell.

Stadtverwaltung Eisenach

Büro der Oberbürgermeisterin
Markt 2
99817 Eisenach
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