Sonderausstellungen

Predigerkirche

Licht und Kunst in der Predigerkirche zum 800. Hochzeitsjubiläum der Elisabeth von Thüringen und Ludwig lV. im Jahr 2021

Nun aber seid ihr Licht. Elisabeth ist das Jubiläumsjahr 2021 in der Predigerkirche des Thüringer Museums Eisenach mit hochkarätigen Sonderausstellungen und Projekten überschrieben. Vor 800 Jahren – 1221 – heiratete der Thüringer Landgraf Ludwig IV. in der Eisenacher Georgenkirche die ungarische Königstochter Elisabeth. Die Predigerkirche, ein erster bedeutender Rezeptionsort zur 1235 heiliggesprochenen Elisabeth, beherbergt heute eine der bedeutendsten Sammlungen sakraler Skulpturen in Thüringen.

 

„Im Einklang mit der Dauerausstellung „Mittelalterliche Kunst in Thüringen“ soll auch über das Jahr 2021 hinaus in der Predigerkirche an das Wirken der ungarischen Königstochter und späteren Landgräfin von Thüringen erinnert werden. Dauerausstellung, Sonderausstellungen und künstlerische Projekte sollen sich mit dem Elisabeth-Thema zu einem Gesamtkunstwerk fügen“, sagt Kulturdezernent Ingo Wachtmeister.

 

 

Lebensbild. Elisabeth -- Ein Weg durch Legende und Geschichte 

Gegenübergestellt werden die unterschiedlichen Blickwinkel, die die historischen Überlieferungen einerseits und die entstandenen Legenden andererseits geben. Die Tafelausstellung nimmt dabei auch Bezug zu Elisabeths Schwager Heinrich Raspe. Der spätere Landgraf spielte für Elisabeths Leben eine wichtige Rolle. Ebenso die Predigerkirche, die als zentraler Ort in Eisenach von der engen Verbindung zur Heiligen erzählt. Ausgestellt wird unter anderem die Holzfigur eines Königs (Anfang des 14. Jahrhunderts), die 1914 beim Erwerb durch das Museum für das Porträt Heinrich Raspes gehalten wurde. Die Identifizierung ist heute durch dem Verlust des bemalten Wappens auf seinem Schild in Frage gestellt, dennoch hat sie als Museumslegende überlebt, so dass die Holzplastik heute noch als sogenannter Heinrich Raspe betitelt wird.

 

Anhand von Vergleichen und Ableitungen vermittelt die Schau einen Eindruck des Spannungsverhältnisses, das sich aus den unterschiedlichen Überlieferungen und Erzählungen ergibt: sowohl zu Elisabeths und Heinrich Raspes Leben als auch zu den Geschichten der Predigerkirche und der Holzfigur. Die Kabinettausstellung kann noch bis zum 27. Februar 2022, jeweils mittwochs bis sonntags von 10 bis 17 Uhr, in der Predigerkirche besichtigt werden. Ergänzend zur Ausstellung gibt es ein digitales Kinderangebot der Thüringer Museums Eisenach, in dem Kinder die Rolle des Wappens im Mittelalter kennenlernen und sich mithilfe einer Bastelanleitung ihr eigenes Wappenschild bauen können.

 

 

 

Die Themen Licht und Raum, Liebe und Miteinander begleiten das Jubiläumsjahr und werden in verschiedenen künstlerischen Ausdrucksformen thematisiert.

Unter dem Titel „Licht. Raum. Miteinander“ eröffnete eine weitere Sonderausstellung im September. Die international renommierten Eisenacher Künstler Elke Albrecht und Jürgen Sieker begaben sich in einen künstlerischen Dialog. Der Fotograf Jürgen Sieker zeigte Lichtbilder von Paaren aus verschiedenen Regionen der Welt, die Malerin Elke Albrecht eine Auswahl ihrer Werke, die Tiefe und Dichte auf Wesentliches reduzieren. Im Miteinander von Fotografie und Malerei verbanden sich visuell unerwartete Beziehungen und eröffneten einen neuen gedanklichen Raum. 

 

 

Sonderausstellungen des Eisenacher Kunstvereins von Dezember 2021 bis Februar 2022

Mit Lydia Schindler konnte eine Künstlerin gewonnen werden, die sich seit Jahren in ihren Werken mit dem Wohn- und Lebensort der Heiligen Elisabeth – der Wartburg – auseinandersetzt. Die in Bulgarien geborene und seit 1996 in Eisenach lebende Malerin zeigt in ihrer Sonderausstellung „Helldunkel. Schattierungen der Liebe“ eine Auswahl ihrer Werke, in denen helle und dunkle Momente des Lebens und der Liebe künstlerisch interpretiert werden. Die Ausstellung ist noch bis zum 27. Februar zu besichtigen.

 

 

"...Um den Zugang zur Kunst in diesen Tagen zu erleichtern, habe ich mich für die Herstellung eines virtuellen Rundgangs durch meine Ausstellung in der Predigerkirche entschieden. Das ist allein mein Engagement für alle, die in diesen dunklen Wintermonaten Kunst genießen möchten. Ich bin überzeugt, dass Pablo Picasso Recht hatte als er sagte:„ Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele“.

 

 

 

 

 

 

In einer Kabinettausstellung, ebenfalls vom Kunstverein initiiert, stellt der Eisenacher Theologe Uwe Jung-Kempe voraussichtlich im Januar 2022 unter dem Titel „Elisabeth. Erinnerungen aus der Gegenwart“ Porträt-Fotografien von Menschen aus, die sich eine eigene Haltung bewahrt haben und für ein offenes Miteinander ohne Diskriminierung und Ausgrenzung eintreten. Uwe Jung-Kempe wird in einem weiteren Projekt das gesamte Jubiläumsjahr in der Predigerkirche fragmentarisch in Text und Bild dokumentieren.

 

 

Kunst im Foyer – Sichtweisen. Elisabeth

Einstimmend auf das Jahresthema wird von Juni 2021 bis Januar 2022 im Foyer der Predigerkirche, im monatlichen Wechsel, jeweils ein Kunstwerk mit Bezug zu Elisabeth ausgestellt. In diesem Projekt wirken neun Eisenacherinnen und Eisenacher mit.

 

 

Kunst im öffentlichen Raum – Eine Skulptur entsteht

Für dieses künstlerische Vorhaben konnte der Bildhauer Hardy Raub gewonnen werden, der ebenfalls die Themen Licht und Raum aufgreift. Über einen Zeitraum von sechs Monaten entstand im Außenbereich der Predigerkirche eine Skulptur, die perspektivisch einen dauerhaften Platz vor der Predigerkirche erhalten soll und somit die Bedeutung der Predigerkirche als einen bedeutenden Rezeptionsort zur Heiligen Elisabeth symbolisiert.

 

Eisenacher Bürger*innen und Touristen konnten bei der Entstehung des Werkes zusehen und mit dem Künstler ins Gespräch kommen. Die Skulptur besteht aus den Materialien Sandstein, Beton und unzerbrechlichem Glas. Ein linienartiger Durchbruch bildet die zentrale Mitte des Werkes, der die Lebenslinie, den Lebensweg Elisabeths symbolisiert. Der Durchbruch im Material als vertikale Linie zwischen Himmel und Erde, wird durch das einfallende Licht sichtbar. So entsteht ein Lichtweg. Die Skulptur soll gerade, direkt, unmittelbar, stark wirken. Ihre Mitte ist Licht.

 

 


Veranstaltungsreihen „Klang. Licht“ und „Liebe. Worte“ begleiten das Jahresprogramm

Die Musikerin Sabine Lindner aus Erfurt widmete ihr Konzert „Strahlt ein neuer Stern am Himmel“ dem Andenken an die Heilige Elisabeth. Sie spannte einen Zeitbogen von der Musik des Mittelalters bis in die Neuzeit und ließ Gesang, Harfe, Glockenspiel und weitere historische Instrumente erklingen.

 

Die Eisenacher Band SNOWBLIND  musizierte im Rahmen des Musikprojektes „Klang. Licht “ anlässlich des 814. Geburtstags der Elisabeth von Thüringen im Juli auf dem ehemaligen Klosterhof.

 

Die Jazz-Musiker Marco Böttger (Gitarre) und Christoph Gottwald (Kontrabass) waren im September im Rahmen der Sonderausstellung „Licht. Raum. Miteinander“ zu Gast. Neben Klassikern des Jazz und Swing erklangen auch Eigenkompositionen.

 

Monsignore Heinz Gunkel, ehemals Pfarrer der Eisenacher Elisabeth-Gemeinde, moderierte zum Gedenktag der Heiligen Elisabeth im November ein Gespräch unter dem Titel „Verbindendes - Im Dialog der Konfessionen“. Heinz Gunkel, 1978 zum Priester geweiht, war über viele Jahre Offizial des Interdiözesanen Offizialates in Erfurt. Das Andenken an das Wirken Elisabeths, insbesondere in Eisenach zu wahren, ist ihm Passion.

 

Jürgen Sieker und Elke Albrecht, boten Ende November in der Reihe "Liebe. Worte" ein Kunstgespräch an. Das Gespräch nahm auf die Sonderausstellung der beiden Eisenacher Künstler*innen Bezug.

 

 

Liebe. Worte - Der Rosenwunderweg


Geführte Wanderung an ausgewählte Orte mit Bezug zu Elisabeth: Begleitet wurde die Wanderung im August von Eisenacher Gästeführern und Gästeführerinnen in mittelalterlichen Kostümen, die an den einzelnen Wegstationen Wissenswertes zu Elisabeth und Luther berichteten. Die Wanderung führte über einzelne Stationen des geplanten Rosenwanderweges. Musikalisch begleitet wurde die Eröffnung mit mittelalterlicher Musik, gespielt auf historischen Instrumenten von Thomas Wagner aus Eisenach. Die Wanderung begann vor der Elisabeth-Kirche (Sophienstraße 10) und führte über die Weg-Stationen Sankt Annen, Hellgrevenhof, Predigerkirche, Pfarrberg, Georgenkirche, Residenzhaus, Lutherhaus bis zum Helltal, zum Elisabethbrunnen und Hospital unterhalb der Wartburg.

 

 

Perspektive

Das Hochzeitsjubiläum ist Anlass, auch über das Jahr 2021 hinaus, die Elisabeth-Thematik in der Predigerkirche in Einklang mit der Sammlung „Mittelalterliche Kunst in Thüringen“ nachhaltig durch Ausstellungen, Dokumentationen, museumspädagogische und soziokulturelle Projekte zu verorten.

 

Unterstützung

Die Stadt Eisenach dankt: Thüringer Staatskanzlei, Bistum Erfurt, Wartburg-Sparkasse, Sparkassenstiftung der Wartburg-Region, Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen, Sparkassen-Versicherung, advita Eisenach Pflegedienst GmbH, TEAG Thüringer Energie AG, Wach- und Schließgesellschaft Eisenach mbH, Förderverein Freunde des Thüringer Museums Eisenach e.V., Ute Lieske aus Eisenach und weiteren regionalen Firmen und Privatpersonen, Kunstverein Eisenach e.V., Martin-Luther-Gymnasium, Verein Städtepartnerschaften Eisenach e.V., Verein Eisenacher Gästeführer e.V., Gewerbeverein Eisenach 1991 e.V. sowie dem Offenen Hörfunkkanal Eisenach e.V. „Wartburg-Radio 96,5“ sowie allen mitwirkenden Künstler*innen


Ebenso gilt Dank der Wartburg-Stiftung, den Eisenacher Partnerstädten Sárospatak und Marburg, den evangelischen und katholischen Kirchgemeinden, den Institutionen und Privatpersonen, die Fotos für die Lichtkunst-Illumination zur Verfügung gestellt haben und allen Bürger*innen, die das Projekt mitgetragen haben und mittragen.