Sinfonisches Wochenende

Sinfonisches Wochenende geht unter dem Motto " Beethoven '250" in die zweite Runde

„E_Einfach A_nders“ wird auch in diesem Jahr der Sommer in Eisenach, denn das Sinfonische Wochenende geht nach überaus erfolgreichem Start im Vorjahr in die zweite Runde. Insgesamt sieben Konzerte stehen unter dem Motto „Beethoven 250“ vom 22. bis 30. August auf dem Programm. „Wir haben ein attraktives Konzertprogramm an fünf verschiedenen historischen Orten in Eisenach zusammengestellt. Ich freue mich darauf, im Beethoven-Jahr den Sommer gemeinsam mit den Eisenachern, Musikfreunden und Gästen musikalisch zu genießen“, so Kulturamtsleiter Dr. Achim Heidenreich.

 

Am Samstag, 22. August, 19 Uhr, startet das Sinfonische Wochenende Eisenach als Auftakt mit einem Konzert des international preisgekrönten Duos Ingolfsson-Stoupel im Rokokosaal des Eisenacher Stadtschlosses. Vladimir Stoupel (Klavier) und Juidth Ingolfsson (Violine) spielen anlässlich des 250-jährigen Beethoven-Jubiläums dessen Werke sowie Stücke von Amanda Maier und Robert Schumann. Ingolfsson und Stoupel sind die künstlerischen Leiter der Internationalen Bach Akademie Eisenach, die in diesem Jahr aufgrund von Corona nicht starten konnte, aber im nächsten Jahr stattfinden wird. Mit dem Konzert stellen sie sich den Eisenachern jetzt vor und geben einen Ausblick auf das nächste Jahr.

 

Ebenso prominente und international erfolgreiche Künstler können am Tag darauf begrüßt werden. Das renommierte Streichquartett für moderne Musik, das Arditti String Quartet aus London, wird sein erstes Konzert nach Corona in Eisenach im Marstall des Stadtschlosses am Sonntag, 23. August, um 19 Uhr geben. Die Veranstaltung bildet gleichzeitig den Abschluss des Yiddish Summer Eisenach/Weimar. Es stehen Werke von Pascal Dusapin, David Felder, György Kurtág und György Ligeti auf dem Programm. Darin werden jiddische Themen verarbeitet, beziehungsweise sind die Komponisten selbst jüdischen Glaubens.

 

Fünf weitere hochklassige Konzerte folgen in der kommenden Woche:

 

Donnerstag, 27. August, 19 Uhr, Nikolaikirche

Konzert des Ensembles Kwartludium

Gespielt werden Werke von Piotr Jedrezejczyk, Tadeus Wielecki, Sławomir Wojciechowski, Helmut Zapf, Peter Helmut Lang und Lothar Voigtländer.

 

Freitag, 28. August, 19 Uhr, Wandelhalle

Konzert der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach unter Leitung von Markus Huber/Solist: Seth Taylor (Violine)

Gespielt wird Beethovens Sinfonie Nr. 8 F-Dur op. 93, Ouvertüre zu Die Geschöpfe des Prometheus op. 43, Romanze für Violine und Orchester Nr. 2 F-Dur op. 50, Ouvertüre zum Trauerspiel Coriolan op. 62.

 

Samstag, 29. August, 16 Uhr, Wandelhalle

Konzert mit dem Landesjugendorchester Thüringen unter Leitung von Juri Lebedev

Zu Gehör kommen L. Mozart, W. A. Mozart, Max Wutzler, Joseph Haydn und Jeremiah Clarke.

 

Sonntag, 30. August, 11:30 Uhr, Rokokosaal

Klavierkonzert mit Alexej Kornienko

Gespielt werden Klaviersonaten von Ludwig van Beethoven.

 

Sonntag, 30. August, 16 Uhr, Wandelhalle

Konzert der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach unter Leitung von Juri Lebedev

Gespielt werden Werke von Georg Phillipp Telemann, Johann Sebastian Bach, Henry Purcell, Georg Anton Benda und Alfred Schnittke.

 

Alle Konzerte in der Wandelhalle finden auch bei schlechtem Wetter statt. Das Orchester und das Publikum sitzen – vor Regen sicher überdacht - in der traditionsreichen und sanierten Wandelhalle

 

Kartenverkauf;‎

Karten für die Veranstaltungen an der Kasse der Tourist-Info am Markt oder an der Abendkasse gekauft werden. Die Tickets kosten 25 Euro, ermäßigt 20 Euro (Empfänger von Leistungen nach dem SGB II / Schüler/ Studenten).

 

Für das Konzert der Thüringen Philharmonie am 28. August ist der Eintritt gegen Einlasskarte frei. Diese gibt es ebenfalls in der Tourist-Info am Markt und an der Abendkasse.

 

Die Tickets für das Konzert des Ensembles Kwartludium am 27. August kosten 15 Euro, ermäßigt 10 Euro.

 

Bitte Hygieneregeln beachten

Zu Eindämmung der Covid-19 Pandemie muss während des Betretens und Verlassens der Veranstaltungsorte ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Für das Auftaktkonzert am 22. August bittet das Duo Ingolfsson/Stoupel das Publikum um das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung auch während des Konzerts. Die Stühle an den Veranstaltungsorten sind bereits im geforderten Mindestabstand von 1,5 Metern gestellt. Diesen Abstand bitten wir generell einzuhalten. Im Eingangsbereich können die Hände desinfiziert werden. Hier liegen auch die Listen zur Kontaktnachverfolgung aus. Sowohl das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes, als auch die Eintragung in die Listen sind zwingende Voraussetzungen, um an den Konzerten teilnehmen zu können.  

 

Gefördert wird das Sinfonische Wochenende von der Thüringer Staatskanzlei, der Beratergruppe Eisenach, der Ernst von Siemens-Musikstiftung, dem französischen Kulturbüro Thüringen in der Staatskanzlei und dem Atelier für Kultur und Zukunft e.V. Weimar.

 

Sinfonisches Wochenende 2019

Das erste Sinfonische Wochenende in Eisenach war ein großer Erfolg. „Das war eine tolle Teamleistung“, sagte Kulturamtsleiter Dr. Achim Heidenreich in seiner Begrüßung, in der er allen Mitwirkenden der beteiligten Klangkörper und der Stadtverwaltung dankte. Das begeisterte Publikum konnte sich an den vier ereignisreichen Konzertabenden ein Bild über die großartige Spielkultur der Thüringen Philharmonie Gotha – Eisenach machen. Bereits beim Vorabend erlebte das Publikum im voll besetzten Rokokosaal des Eisenacher Stadtschlosses einen mitreißenden Klavierabend mit dem Rachmaninow-Preisträger Alexei Kornienko. Kornienko leitete darüber hinaus die Thüringen Philharmonie Gotha – Eisenach im Preisträgerkonzert des erstmals ausgetragenen Internationalen Eisenacher Kompositionspreises sehr eindrucksvoll. In dem von den Goetheinstituten international ausgeschriebenen Kompositionswettbewerb war eine Auseinandersetzung mit dem Schaffen Johann Sebastian Bachs, des großen Sohns Eisenachs, gefordert. Der aus Brasilien stammende Preisträger Acácio Piedade, Jahrgang 1961, hatte dann in seinem Werk „Divertimento für Kontrasubjekte“ Bachs fulminante Fugentechnik mit frühlingswiesenhaft schillernden Orchesterfarben verarbeitet. Das Publikum in der mit 350 Plätzen vollbesetzten Wandelhalle lauschte andächtig und nahm das neue Werk mit würdigendem Applaus an.

 

Bevor sie zusammen mit dem Preisstifter und Leiter des Steigenberger Hotels Thüringer Hof Eisenach, Dr. Joachim Hook und Dr. Achim Heidenreich den Preis überreichte, freute sich Oberbürgermeisterin Katja Wolf, dass die frisch sanierte Wandelhalle sowohl Künstlern als auch Eisenachern wieder zur Verfügung steht und diese das schöne Ambiente wieder genießen können.

 

Die auch Wagner-Stadt Eisenach ist zwar nicht Bayreuth, einen grünen Hügel hat sie mit dem Kartausgarten über der Wandelhalle allerdings auch. Und so nutzten die vielen Besucher der Konzerte die Konzertpausen, um miteinander ins Gespräch zu kommen und zu flanieren. Dazu Dr. Achim Heidenreich: „Damit wäre auch die Frage nach der Bedarfsorientierung dieser Veranstaltung geklärt: Bedarf besteht, siehe die hohe Platzauslastung! Und auch die Teilhabegerechtigkeit wurde umgesetzt: Das Preisträgerkonzert fand bei freiem Eintritt statt. Jede und jeder war herzlich willkommen.“

 

In Kooperation mit dem Landesjugendorchester Thüringen wurde der hohe Ausbildungsstand der Thüringer Musikschulen demonstriert. Unter der Leitung des erfahrenen Dirigenten Juri Lebedev wurde das Ergebnis der sommerlichen Probenphase in der Landesmusikakademie Schloss Sondershausen mit einem auch dem zeitgenössischen gegenüber sehr aufgeschlossenen Programm präsentiert. Zum Beispiel mit Beethovens Ouvertüre „Zur Namensfeier“. Romeo Wecks, Weimarer Komponist Jahrgang 1994, steuerte eine Stummfilmvertonung für einen grotesken Stummfilm bei, in dem ein Hornist mit dem Klang des Horns sogar Züge zum Rückwärtsfahren buchstäblich bewegen konnte. In Alfred Schnittkes „Moz-Art à la Haydn“ entstand dank der beiden wunderbaren Geigensolistinnen Elisabeth Müller (Violine 1) und Susanne Grüttner (Violine 2) dann ebenfalls eine kammermusikalische Intensität.

 

Das Abschlusskonzert dann wieder mit der Thüringen Philharmonie Gotha – Eisenach unter der Leitung von Juri Lebedev war von ihm sorgsam komponiert worden. Mozart Vater und Mozart Sohn mit gewissermaßen „wiederentdeckten“ Werken zeigten beide Komponisten eindrucksvoll in ihrer Entwicklung. Der Vater noch ganz der barocken Suite verpflichtet mit vorklassischer Dynamik durchsetzt, der erste achtjährige Wolfgang Amadé mit bereits versierter Hand für Themenerfindung und Themenverarbeitung, ganz zu schweigen von dem gewieften Handhaben der orchestralen Mittel. Mit dem ebenfalls zumindest seinerzeit temporären Eisenacher Georg Philipp Telemann und dessen Suite C-Dur klang das Sinfonische Wochenende in der Wandelhalle noch einmal mitreißend aus.