Sonderausstellungen

Predigerkirche

Nun aber seid ihr Licht. Elisabeth war das Jubiläumsjahr 2021 in der Predigerkirche des Thüringer Museums Eisenach mit hochkarätigen Sonderausstellungen und Projekten überschrieben. 1221 – heiratete der Thüringer Landgraf Ludwig IV. in der Eisenacher Georgenkirche die ungarische Königstochter Elisabeth. Die Predigerkirche, ein erster bedeutender Rezeptionsort zur 1235 heiliggesprochenen Elisabeth, beherbergt heute eine der bedeutendsten Sammlungen sakraler Skulpturen in Thüringen.

 

„Im Einklang mit der Dauerausstellung „Mittelalterliche Kunst in Thüringen“ soll auch über das Jahr 2021 hinaus in der Predigerkirche an das Wirken der ungarischen Königstochter und späteren Landgräfin von Thüringen erinnert werden. Dauerausstellung, Sonderausstellungen und künstlerische Projekte sollen sich mit dem Elisabeth-Thema zu einem Gesamtkunstwerk fügen“, sagt Kulturdezernent Ingo Wachtmeister.

 

Das war das Elisabeth-Jahr: Alle Projekte, Kunstwerke zusammengefasst in der Elisabeth-Broschüre: Nun aber seid ihr Licht. Elisabeth

 

Kunst im Foyer – Sichtweisen. Elisabeth

Auch im Jahr 2022 wird die Ausstellungsreihe fortgesetzt. Jeweils im monatlichen Wechsel werden im Foyer Werke mit Bezug zu Elisabeth ausgestellt. Die Auseinandersetzung mit dem Thema lässt Raum für persönliche Sichtweisen und Interpretationen, die in verschiedenen künstlerischen Techniken umgesetzt werden.

 

Bis 17. Juli 2022 sind zwei Werke von Carolin-Müller Wolf aus Eisenach zu sehen. In den farbenfrohen, in Acryl auf Leinwand gemalten Bildern „Elisabeth & a város“, zeigt die Künstlerin ihre ganz persönliche Sichtweise zur 1235 heiliggesprochenen Elisabeth, die trotz schwerer Ereignisse in ihrem Leben voller Aufopferungsbereitschaft und Nächstenliebe handelte.

 

„Und wahrscheinlich brachte Elisabeth auch Farbe, Freude und Fröhlichkeit in so manches Haus. Ich bin überzeugt davon, wenn wir uns ein Beispiel an ihr nehmen würden und ein wenig Glück teilen, dann schaffen auch wir es, das eine oder andere Herz zum Leuchten zu bringen und wenn viele Herzen leuchten, strahlt auch eine ganze Stadt und diese Momente sind unbezahlbar“, so Carolin Müller-Wolf.

 

Carolin Müller-Wolf, geboren in Eisenach, liebt die Kunst, die ihr stetiger Begleiter ist. Neben der Malerei ist sie ebenso inspiriert von Fotografie, Design, Architektur, Mode und Literatur. Sie absolvierte ein Studium im technischen Bereich schreibt für Zeitungen, bloggt und arbeitet als Lehrerin.

Transmissioned - Audioinstallation

Das Kunstprojekt „Transmissioned“ von Toni Ehrhardt und Anna Egerter befindet sich im Kabinettraum der Predigerkirche und kann bis zum 10. Juli besucht werden.

 

Bereits um Ostern 2021 wurde in einer Kunstaktion von Toni Ehrhardt und Anna Egerter im ehemaligen Eisenacher Kaufhaus „Steppke“ der Text des Neuen Testaments vom griechischen Original, wie es auch Luther vorlag, mit Hilfe eines Online-Translators ins „Deutsche“ übersetzt und zum Buch gebunden. Das Projekt versucht eine Aktualisierung der Ereignisse vor 500 Jahren und nimmt den Akt des Übersetzens zum Anlass, eine heute gängige Art der Übersetzung – die durch Algorithmen – kritisch zu befragen. Das Ergebnis: Ein kühles, geradezu aktenähnliches weißes Buch im Format A4 und Audio-Aufnahmen der mechanischen Translator-Stimme, welche den dadaistisch anmutenden „deutschen" Text vorliest.

 

„Die Audioinstallation verweist auf diese Art der Übersetzung, die heute auf vielen Ebenen stattfindet und im Alltagsgebrauch kaum hinterfragt wird. Was passiert, wenn diese Vermittlungsprozesse digitalen Prozessoren überlassen bleiben? Das Projekt ist ein Plädoyer für eine politisierte Haltung gegenüber scheinbar neutraler Technik, für Selbstbestimmung und Sinnhaftigkeit“, so Toni Ehrhardt und Anna Egerter.

 

Die Audioinstallation in der Predigerkirche anlässlich des 500. Jubiläums der Übersetzung des Neuen Testaments wird unterstützt vom Förderverein Freunde des Thüringer Museums Eisenach e.V. und vom Wartburg-Radios 96,5.

 

Anna Egerter, geboren 1992 in Herrenberg, studierte Kunst im Sozialen an der HKS Ottersberg und Buchkunst an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Halle/Saale. Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen in Bremen, Worpswede, Istanbul, Köln, u.a.

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Toni Ehrhardt, geboren 1990 in Eisenach, studierte Freie Kunst an der HKS Ottersberg. Der Künstler lebt und arbeitet in Bremen und Porto. Ausstellungen und Performances in Porto, Madrid, Bremen, Hamburg, u.a.

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Gott und die Welt

Eine Sonderausstellung des Kunstvereins Eisenach e.V. in Kooperation mit dem Thüringer Museum Eisenach

„Über viele Jahre hinweg ist die Auseinandersetzung mit der christlich-patriarchalischen Männermacht immer wieder ein Thema meiner künstlerischen Arbeit. Solange Religionen als kultureller und identitätsstiftender Teil der Gesellschaft betrachtet und nicht ideologisch für politische Zwecke missbraucht werden, bin ich für ein gleichberechtigtes Nebeneinander aller Religionen. Dieses Thema behandle ich in der aktuellen Sonderausstellung in der Predigerkirche, bezogen auf den Raum  und den Ort, mit der Auswahl von Bildern und Objekten von 1991 bis heute“ (Veronika Wagner).

 

Die Ausstellung wird am Freitag, 22. Juli, 17 Uhr eröffnet und kann vom 23. Juli bis zum 3. Oktober besichtigt werden.

 

Veronika Wagner, geboren 1949 in Seebach/Thüringen, studierte Kunstpädagogik an der Pädagogischen Hochschule in Erfurt und anschießend Malerei an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und arbeitet freiberuflich als Malerin und Grafikerin. Veronika Wagner war Mitbegründerin der Arbeitsgruppe „Stadtbilder„ in Berlin und engagierte sich in verschiedenen Projekten, insbesondere in der künstlerischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Seit 1991 ist sie Mitglied im Verband bildender Künstler. Ihre Werke befinden sich in Sammlungen, Museen und im öffentlichen Raum. Veronika Wagner lebt und arbeitet seit 2019 in Seebach/Thüringen. Weitere Informationen hier